Gedanken zum Tag

Auch wenn das Leben im Moment ziemlich eingeschränkt ist, Veranstaltungen und Gottesdienste in unserer Gemeinde abgesagt wurde, möchten wir Sie dennoch mit ein paar spirituellen Impulsen und Texten durch diese angespannte Zeit begleiten. Unser Pfarrer Wagner wird dafür jeden Tag einen Gedanken zum Tag mit Ihnen teilen, am Sonntag gibt es dann auch die Predigt.

 

Seien Sie eingeladen, sich einen Moment Zeit zu nehmen für sich selbst und für Gott.

 

Kleiner Hinweis in eigener Sache: seit Mitte März gibt es jeden Tag die Gedanken zum Tag. Da sich das Leben aber so langsam wieder ein wenig normalisiert, wird es ab Mittwoch die Gedanken nicht mehr täglich, sondern einmal wöchentlich geben, dann unter dem Titel „Gedanke zur Mitte der Woche“. Weiterhin veröffentlicht werden auch die Sonntagspredigten.

 

 


Gedanken der Woche am 31.7.2020

Ein Brief an Dietrich Bonhoeffer

 

Lieber Dietrich Bonhoeffer,

heute möchte ich mich in meinen Gedanken der Woche mal mit keinem Zitat von Ihnen auseinandersetzen, wie ich es seit Wochen und Monaten, konkret seit dem 18.3.2020 getan habe. Heute erlaube ich mir, mich mit diesen meinen Zeilen direkt an Sie zu wenden. Mit meinem Brief möchte ich Ihnen einfach mal „Danke“ sagen. Danke für Ihre Worte, Ihre Verse, die uns gerade in den letzten Wochen und Monaten viel Kraft und Hoffnung gegeben haben.

 

Zugegeben, es war nicht immer einfach, für jeden Tag den richtigen Spruch zu finden und auch nicht, immer Ihre Gedanken in die heutige Zeit zu übertragen. Sie mögen es mir verzeihen, wenn ich da vielleicht manches anders interpretiert habe, als sie es sich damals beim Schreiben gedacht haben. Und man darf ja auch nicht vergessen, dass mehr als 75 Jahr zwischen Ihnen und unserer heutigen Zeit liegen.

 

Wahrscheinlich wären Sie erstaunt, wie viele Bücher, Aufsätze und Veröffentlichungen es von Ihnen gibt. Ja, man hat Ihnen in London sogar ein Denkmal gesetzt, Kirchen und Schulen tragen ihren Namen und auch unser bescheidenes Gemeindehaus ist nach Ihnen benannt. Ihr Gedicht von den guten Mächten ist inzwischen zu einem der bekanntesten Kirchenlieder geworden, obwohl das beim Schreiben der Zeilen sicher nicht Ihre Absicht war.

 

Was mich persönlich freilich besonders berührt und angesprochen hat, sind die zerbrechlichen Verse, die Gedichte, die zweifelnden Briefe, die ermutigenden Worte und vieles mehr, was ich von Ihnen in den letzten Wochen gelesen habe. Notiert im Kellergefängnis der Gestapo, über Jahre allein, den Tod vor Augen, oft so ganz ohne Hoffnung. Aber gerade da sind – trotz der Umstände – Worte entstanden, die uns bis heute so viel Kraft, so viel Ermutigung geben. Ermutigung zum Vertrauen. Und dieses Vertrauen, diese Ermutigung, die haben wir gerade in unseren Zeiten bitter nötig.

 

Natürlich mag es in unserer Zeit inzwischen ein bisschen abgedroschen klingen, nun wieder auf Ihre Verse „Von guten Mächten“ zu verweisen. Aber mit Ihren Versen sind Ihnen Worte gelungen, wo man das Gefühl hat: da spricht einer direkt zu mir. Da schreibt einer Verse, die auch mir gelten. Verse, die Mut machen, Verse, die Vertrauen stärken, Verse ganz persönlich für mich und jeden, der sie liest. Zeitlos und auf Zukunft hin gesprochen. Verse, die das Vertrauen in Gott und alle guten Mächte, die es gibt und die wir immer wieder brauchen, stärken wollen. Und ich glaube, es geht nicht nur mir so, sondern vielen anderen in unseren Tagen auch: dass sie sich einfach von Ihren Worten ermutigt fühlen. Von denen über die guten Mächten – aber auch von vielen anderen auch.

 

Ich persönlich fand es, wie oben schon geschrieben, eine Herausforderung, mich mit Ihren Worten zu beschäftigen – und zugleich waren sie so etwas wie ein Geschenk, über das man sich freut, wenn man es öffnet. Und ich danke Ihnen, dass ich von Ihnen in den letzten Wochen sehr reichlich beschenkt wurde.

 

Nicht vergessen anzusprechen möchte ich auch Ihre klaren Worte bezüglich Kirche und Aufgabe der Kirche, gerade Ihr Impuls, dass Kirche nur Kirche ist, wenn sie für andere da ist, hat weite Kreise gezogen und ist heute noch brennend aktuell. Auch dafür ein herzliches Danke schön. Ich persönlich gönne mir jetzt erst einmal eine Pause, aber ich freue mich schon darauf, mich ab September wieder intensiv mit Ihren Gedanken zu beschäftigen zu können.

 

Allen Lesern dieser Zeilen wünsche ich bis dahin alles Gute, Gesundheit und Gottes Segen. Und dass sie auch weiterhin viel Kraft aus Ihren Worten schöpfen können.

Pfarrer Frank Wagner

 

P.S.: seit Mitte März gab es zuerst täglich, dann wöchentlich das Wort zum Tag bzw. der Mitte der Woche. Nun erfolgt eine kleine Urlaubspause. Darum erscheinen die nächsten Gedanken zur Woche erst wieder in der ersten Septemberwoche. Bis dahin gilt: bleiben Sie gesund.

 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 23.7.2020

 

„Mitten im Leben muss Gott erkannt werden; im Leben und nicht erst im Sterben, in Gesundheit und Kraft und nicht erst im Leiden, im Handeln und nicht erst in der Sünde will Gott erkannt werden.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

Im Rahmen unseres Sommerprogrammes Atempausen haben wir Dienstagabend an der Pestkapelle in Stiefenhofen eine ökumenische Andacht gefeiert. Ausgehend von dem Ort, an dem Menschen eine Kapelle zur Erinnerung an die Pesttoten des 30jährigen Krieges und insbesondere des Pestjahres 1635 stellte ich das Thema „Gesundheit“ in den Vordergrund unter dem Motto: Hauptsache gesund?!

 

Hauptsache gesund. Das Wichtigste ist die Gesundheit, mehr wünsche ich mir nicht, so sagen Menschen zum Beispiel anlässlich ihres Geburtstages. Oder auch dann, wenn wir krank sind, wenn wir an die Grenzen unserer Leistungsfähigkeit kommen, merken wir, wie wichtig unsere Gesundheit ist. Es ist ja nicht erst Coronapandemie unserer Tage, die uns vor Augen führt, wie schnell eine Krankheit eine ganze Gesellschaft vor große Herausforderungen stellt. Und wie schnell kann es auch im eigenen Leben gehen, dass ich von einem auf den anderen Tag krank werde.

 

Hauptsache gesund. Haben wir ein Recht darauf gesund zu sein? Ist nur Gesundheit und Leistungsstärke wichtig? Bin ich nur ein ganzer Mensch, wenn ich gesund bin und etwas leisten kann? Ich arbeite, also bin ich? Bin ich, wenn ich krank bin, weniger wert? Woran misst sich überhaupt der Wert meines Lebens? Was macht mein Leben lebenswert?

 

Krankheiten, egal wie leicht oder schwer sie sind, stellen Menschen vor große Herausforderungen. So sehr wir uns das auch Wünschen: es gibt keine Garantie auf ein gesundes Leben. Krankheiten, nicht heil-Sein sind Teile unseres Lebens, so schwer uns das fällt. Und es ist ja schon eine ganz besondere Erfahrung, mit der wir meist nicht leicht umgehen können: plötzlich zu merken, dass es da Einschränkungen gibt, dass ich mein Leben nicht mehr so weiterleben kann wie vorher.

 

Und solche Punkte fordern uns und vor allem auch unseren Glauben heraus. Sie alle kennen die berühmten „Warum-Fragen?“ Warum ich? Warum krank? Und wenn man es dann auf Gott bezieht: warum lässt Gott das zu? Oder weitergehend: warum straft mich Gott mit einer Krankheit? Gedanken, die sicher den meisten unter uns schon durch den Kopf gegangen sind. Gedanken, die uns am liebenden und barmherzigen Gott zweifeln lassen. Denn auch das ist eine Erfahrung: dass Gott in Krankheit und Not und Not uns ganz fern zu sein scheint.

 

Der heutige Spruch von Dietrich Bonhoeffer geht genau in diese Richtung, wenn er schreibt: „Gott will nicht erst im Leiden erkannt werden“. Ja, es ist schwer und diese Erfahrung machen wir, Gott tatsächlich mitten in der Krankheit zu finden. Sich gerade da nicht von ihm verlassen zu fühlen und mitten durch Krankheit hindurch den Weg zu ihm zu finden. Darum empfiehlt Bonhoeffer es ja auch, in den Tagen der Gesundheit und der Kraft die Beziehung zu Gott aufzubauen, die einen dann auch an den schweren Tagen des Lebens wie z.B. in einer Krankheit trägt. „Mitten im Leben muss Gott erkannt werden … in Gesundheit und Kraft“. Es ist wichtig, dass wir in den guten Tagen eine Beziehung zu Gott aufbauen, Vertrauen zu ihm bilden, dass dann fest genug ist, auch in der Krankheit einem die nötige Kraft zu geben.

 

Gerade der Gott der Bibel, der Gott im Neuen Testament ist ein Gott, der sich ganz besonders auf die Seite der Schwachen stellt. Und der damit deutlich macht, dass er gerade in der Ohnmacht, im Leid und in der Krankheit ganz auf unserer Seite steht. Darum habe ich bei ihm nicht nur meinen Wert, wenn ich gesund bin. Sondern von ihm bin ich geliebt in allen Momenten meines Lebens. In Gesundheit und Krankheit, ganz egal.

 

In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Woche, alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer Frank Wagner

 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 15.7.2020

 

„Nächtliche Stimmen in Tegel – langgestreckt auf meiner Pritsche“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

Sommer 2020 in Zeiten von Corona. Auch für das Sommerprogramm in unseren Gemeinden stellt diese eine große Herausforderung dar. Was kann durchgeführt, was nicht. Und wenn eine Veranstaltung stattfindet, ist es nötig, genau zu überlegen, nach welchem Hygiene- und Sicherheitskonzept das ganze stattfindet. Beliebte Veranstaltungen wie unsere großen Berggottesdienste am Hochgrat müssen leider ausfallen, Wanderungen etc. können dagegen stattfinden. Neuen und andere Formate sind gefragt.

 

Eines dieser neuen Formate sind unsere ökumenischen Andachten an besonderen spirituellen Orten: diese sind z.B. die Buchenegger Wasserfälle, der Gipfel des Dreiländerblickes, die Pestkapelle bei Stiefenhofen und viele andere mehr. Orte, die eine besondere Ausstrahlung haben, Orte, die für einen zu einer neuen Kraftquelle werden können. Orte, die mithelfen, zur Ruhe zu kommen und neue Kraft zu schöpfen. Orte, die spüren lassen, wie reich beschenkt wir doch in unserem Leben sind, trotz mancher Einschränkungen in diesen Zeiten. So groß das Gejammer über die Einschränkungen ist, so gut geht uns es trotz allem noch.

 

Dies wird einem umso mehr bewusst, wenn man die folgenden, ausgewählten Zeilen aus einem Gedicht von Dietrich Bonhoeffer liest, nächtliche Stimmen in Tegel heißt es und es ist entstanden im Juni 1944, als Bonhoeffer in Tegel im Gefängnis war. Davon ein Ausschnitt:

Langgestreckt auf meiner Pritsche starre ich auf die graue Wand.

Draußen geht ein Sommerabend, der mich nicht kennt, singend ins Land.

Leise verebben die Fluten des Tages an ewigem Strand.

Schlafe ein wenig! Stärk' Leib und Seele, Kopf und Hand!

Draußen stehen Völker, Häuser, Geister und Herzen in Brand.

Bis nach blutroter Nacht dein Tag anbricht – halte stand!

 

Nacht und Stille. Ich horche.

Nur Schritte und Rufe der Wachen, eines Liebespaares fernes, verstecktes Lachen. Hörst du sonst nichts, fauler Schläfer?

Ich höre der eigenen Seele Zittern und Schwanken. Sonst nichts?

Ich höre, wie Stimmen, wie Rufe, wie Schreie nach rettenden Planken,

der wachenden, träumenden Leidensgefährten nächtlich stumme Gedanken.

Ich höre unruhiges Knarren der Betten, ich höre Ketten.

 

Zwölf kalte, dünne Schläge der Turmuhr wecken mich. Kein Klang, keine Wärme in Ihnen bergen und decken mich. Bellende Hund um Mitternacht schrecken mich.

Armseliges Geläute trennt ein armes Gestern vom armen Heute.

Ob ein Tag sich zum andern wende, der nichts Neues, nichts Besseres fände,

als dass er in Murzem wie dieser ende,- Was kann mir's bedeuten?

 

Ich will die Wende der Zeiten sehen, wenn leuchtende Zeichen am Nachthimmel stehen,

neue Glocken über Völker gehen und läuten und läuten.

Ich warte auf jene Mitternacht, in deren schrecklich strahlender Pracht

die Bösen vor Angst vergehen, die Guten in Freude bestehen.

 

Langgestreckt auf meiner Pritsche starre ich auf die graue Wand.

Draußen geht ein Sommermorgen, der noch nicht mein ist, jauchzend ins Land.

Brüder, bis nach langer Nacht unser Tag anbricht, halten wir stand!

 

In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Woche, alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer Frank Wagner

 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 9.7.2020

 

„Man überschätzt wohl leicht das eigene Wirken und Tun in seiner Wichtigkeit gegenüber dem, was man nur durch andere geworden ist.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

In diesen Tagen und Wochen geht in den meisten Schulzweigen ein ungewöhnliches Schuljahr zu Ende, das aber trotzdem mit den verschiedenen Prüfungen endete. So haben an der Mittelschule, an der ich unterrichte, insgesamt 5 Schülerinnen und Schüler Ihren Quali in evangelischer Religionslehre geschrieben – neben all den anderen Fächer, in denen der Abschluss zu bewältigen war. Am Ende steht nun eine Note, ob im Quali, im Abschluss der Realschule oder im Abitur. Eine Note, die ganz oft über den weiteren Lebens- und Lernweg von Schülerinnen und Schülern entscheidet. Gerade darin machen alle Absolventen die von Bonhoeffer angesprochene Erfahrung, nämlich die Wichtigkeit des eigenen Tuns und wenn es an mündliche Prüfungen geht, auch des eigenen Wirkens, weil auch dies großen Einfluss darauf hat, wie am Ende meine Note aussieht.

 

Überhaupt ist das ein Verhaltensmuster, das uns im Laufe unseres Lebens antrainiert wird: ich arbeite, also bin ich, wie ich in der Vorbereitung auf den Artikel gelesen habe. Es kommt im Leben darauf an, gut nach außen zu wirken (warum sonst suchen wir Models und Superstars) und zu sehen, wie wichtig die eigene Leistung, das eigene Tun ist, um Erfolg zu haben. Hättest du mal mehr gelernt, dann wäre auch eine bessere Note herausgekommen: wer kennt nicht solche Sätze, von Eltern, Erziehungsberechtigten, manchmal auch den Lehrkräften. Kein Wunder, dass wir von unserer Zeit als Leistungsgesellschaft sprechen, wo nur der zählt, der Erfolg hat in seinem Leben. Wo nur der zählt, der mit Besitz glänzen kann. Wo nur der zählt, der den Normen und Ansprüchen der Gesellschaft entspricht. Und ansonsten durch das Raster fällt.

 

Der heutige Spruch von Dietrich Bonhoeffer regt mich dazu an genau darüber nachzudenken. Mich zu fragen: was macht mein Leben aus? Definiere ich mich und mein Leben nur über mein eigenes Wirken? Nur über mein Tun und meine Leistung? Ist mir das so wichtig, dass ich dafür alles tue, um nach außen super zu wirken und in meiner Leistung immer der Beste zu sein, zu dem andere bewundernd aufschauen? Oder sehe ich, dass es da noch ganz andere Dinge gibt im Leben?

 

Einen solchen Punkt spricht Bonhoeffer an: in all dem geschilderten Tun überschätzt man, ja ich würde sogar sagen, vergisst man leicht das, was man durch andere Menschen geworden ist. Menschen, die einen geprägt haben: die Eltern und Großeltern, Erzieherinnen im Kindergarten, Lehrerinnen und Lehrer vor allem in der Grundschule, der Trainer beim Fußball und manchmal auch der Pfarrer im Konfirmandenunterricht. Sie haben oft sehr viel dazu beigetragen, was man im Leben geworden ist, wie man im Leben geworden ist. Sie haben einen geprägt. Zum Beispiel mit ihrer Art zu leben, mit ihrer Art, das Leben zu gestalten, mit dem, was sie einem an guten Gefühlen entgegengebracht haben, an Liebe, an Sicherheit, an Geborgenheit. All das hat einen sehr stark geprägt, auch – und da gebe ich Bonhoeffer recht – wenn das gerade in unserer Zeit massiv unterschätzt wird.

 

Im Umkehrschluss hat das natürlich auch Bedeutung für all die, die an der Erziehung von Kindern beteiligt sind. Wir alle haben einen nicht unerheblichen Anteil daran, wie sich unsere Kinder entwickeln und was aus ihnen wird. Wir prägen unsere Kinder, mit unserem Verhalten, unserer Art zu leben und mit den Gefühlen, die wir ihnen schenken. Dessen sollten wir immer wieder bewusst sein. Zu denen, die uns prägen, die dazu beitragen, was wir werden und geworden sind, gehört für mich auch Gott dazu. Mein Verhältnis zu Gott. Ein Verhältnis, wo ich von der Seite Gottes aus mir zusagen lassen darf, dass ich ein von ihm geliebter Mensch bin. Mit Fehlern und Schwächen, mit Erfolgen und Misserfolgen, mit guten und schlechten Noten. Bei ihm bin ich geliebt, unabhängig von meinem Wirken und meinem Tun. Und ich finde, das ist doch eine sehr befreiende und aufbauende Botschaft.

 

In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Woche, alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer Frank Wagner
 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 1.7.2020

 

„Unser Leben ist keine einfache gerade Linie, die unser Wille und Verstand zieht, sondern das Leben ist etwas, das aus zwei verschiedenen Linien gebildet ist, zwei verschiedenen Elementen, zwei verschiedenen Kräften.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

Seit einigen Tagen, vor allem seit das Wetter wieder gut ist, erfreut es sich großer Beliebtheit: das Labyrinth zwischen Kirche und Gemeindehaus hier bei uns in Oberstaufen. Angelehnt ist es an das Labyrinth von Chartres und es ist so in den Boden gezeichnet, dass man in ihm bis zur Mitte laufen kann. Wer freilich schon einmal in einem Labyrinth war, der weiß: man kann sich – im Gegensatz zu einem Irrgarten, wo der Weg immer wieder in Sackgassen führt – hier nicht verlaufen, weil es eigentlich nur einen einzigen Weg gibt. Aber dieser Weg führt nicht direkt zur Mitte, wo das Ziel des Labyrinthes ist, sondern in immer neuen Wendungen mal näher an die Mitte heran und gleich danach weiter von ihr weg.

 

Das Labyrinth ist genau darin ein Symbol für uns und unseren Lebensweg. Denn dieser verläuft selten geradeaus und direkt auf ein Ziel zu. So wie es Bonhoeffer benennt: unser Leben ist keine einfache gerade Linie und verläuft nicht, wie wir es wollen oder mit dem Verstand planen. Ganz im Gegenteil: wie im Labyrinth zieht sich der Weg und man muss machen Kurve, ja sogar manchen Umweg gehen, um an sein Ziel zu gelangen. Manchmalhat man das Gefühl, nie an das Ziel zu kommen und manche Kurve des Lebens muss man gehen, ob man will oder nicht. Gerade die Wendungen, die uns das Leben bietet, machen uns oft zu schaffen. Nein, das Leben ist selten einfach eine gerade Linie.

 

Bonhoeffer bringt freilich noch einen anderen Gedanken in diese Thematik mit ein. Er hat bei dem Thema Weg nicht das Labyrinth vor Augen, sondern er spricht von zwei verschiedenen Linien, zwei Elementen, zwei Kräften. Bonhoeffer wörtlich: „Das Leben setzt sich zusammen aus des Menschen Gedanken und Gottes Wegen; und in Wahrheit gibt es das gar nicht: des Menschen Weg – denn: »des Menschen Herz denkt sich einen Weg aus« (Sprüche 16, 9) – das will sagen, da ist nur ein Weg-Entwurf, ein Weg in der Idee, in Theorie, in Illusion – sondern da ist nur ein wirklicher Weg, den wir unvermeidlich zu gehen haben, und das ist Gottes Weg. Der Unterschied zwischen den beiden Leben ist, dass der Mensch das Ganze seines Lebens auf einmal voraussehen möchte, aber Gottes Weg geht nur Schritt für Schritt. »Des Menschen Herz denkt sich seinen Weg aus, aber der Herr lenkt seine Schritte«. … Gott möchte, dass der Mensch Schritt für Schritt geht, nicht von seinen eigenen Ideen über das Leben geleitet, sondern von Gottes Wort, welches bei jedem Schritt zu ihm kommt, wann immer er danach fragt. Es gibt kein Wort von Gott für das Ganze unseres Lebens. Gottes Wort ist neu und frei heute und morgen, und es kann nur auf den Augenblick bezogen werden, in welchem wir es hören“.

 

Ich finde, das ist ein sehr befreiender Gedanke. Es ist für uns und unseren Lebensweg gar nicht so wichtig, dass wir immer das große Ganze sehen, den Weg, den wir vermeintlich gehen müssen oder auch gehen wollen. Sondern dass unser Weg einer ist, der nur Schritt für Schritt vorangeht. Und der dabei von Gottes Wort geleitet wird. Gottes Wort, auf das wir immer wieder neu, jeden neuen Tag hören dürfen. Gottes Wort, das uns sagt, dass Gott bei uns ist auf allen Wegen und vor allem: bei jedem Schritt, den wir tun. Und das gilt eben nicht nur für die Schritte, die wir gut gehen können, sondern auch für die Schritte, bei denen wir uns schwer tun, Schritte in den Wendungen des Labyrinthes des Lebens, Schritte, wo es manchmal sogar rückwärtsgeht. Aber ganz egal welche Schritte wir gehen: Gott geht sie mit. Er begleitet uns mit seinem guten Wort und das ist eben nicht eines, das für das große Ganze gilt, sondern für den nächsten Schritt. So wie es so wunderschön im Psalm 91 zum Ausdruck kommt: Gott wird dich behüten auf allen deinen Wegen. Und ich möchte ergänzen: bei jedem Schritt, den du gehst.

 

In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Woche, alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer Frank Wagner
 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 24.6.2020

 

„Im Glauben kann ich alles ertragen – hoffe ich – aber eine ängstliche Vorsicht zermürbt“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

Heute Morgen auf dem Pausenhof einer Grundschule. Schüler klassenweise voneinander getrennt, damit der nötige Abstand gewahrt bleibt. Die eine Gruppe im einen, die andere Gruppe im anderen Eck. Zuerst ein abwartendes Rumsitzen, bis einer auf die Idee kommt: lasst uns doch was spielen. Schnell hat sich die Gruppe formiert und zu meinem Erstaunen spielten sie das alte Kinderspiel „wer hat Angst vorm Schwarzen Mann?“ Der schwarze Mann ist in diesem Spiel übrigen nicht rassistisch zu verstehen, sondern der Begriff kommt aus dem Mittelalter und bezeichnet eine Kinderschreckfigur, die eben ganz schwarz angezogen ist.

 

Wer hat Angst? Mit diesem Spiel wird eines der wichtigsten Grundgefühle von uns Menschen angesprochen: die Angst. Angst, die zum Leben von uns allen dazugehört. Wobei man aufpassen muss, ob man von Furcht oder Angst spricht, was leider häufig verwechselt wird. Furcht resultiert aus dem Wissen oder der Erwartung bzw. Befürchtung, dass von einem Objekt eine Gefahr droht. Angst dagegen ist unbestimmt, ungerichtet, es ist das Gefühl einer ständigen, aber nicht greifbaren Bedrohung. Während Furcht bei Menschen und Tieren gleichermaßen auftritt, scheint Angst ein spezifisch menschlicher Zustand zu sein.

 

Angst ist eine elementare Erfahrung des Menschen, sie begleitet uns ein Leben lang. Jeder Schritt auf unserem Lebensweg ist immer verbunden mit Angst, denn jedes Neue, jedes Verlassen von Vertrautem ist verbunden mit der Angst. Aber es gibt keine Entwicklung ohne Angst. Darum sollte man die Angst auch nicht verteufeln, sondern sie ist eine konstruktive Kraft. Sie rüttelt auf, lässt uns voranschreiten, hilft, dass wir nicht in Lethargie versinken. Angst ist eine in der Evolution entstandene Überlebensreaktion.

 

Angst kann sich aber auch dazu entwickeln, dass sie uns in unserem Leben ganz und gar gefangen nimmt. Dass sie uns lähmt und wir in „Angststarre“ verfallen. Und die dazu führt, was Bonhoeffer ängstliche Vorsicht nennt. Bei jedem Schritt, bei jeder Handlung zögert und zaudert man und überlegt, ob der nächste Schritt jetzt der richtige ist, ob man nicht doch anders handeln sollte, ob man nicht doch eine Entscheidung nochmal überdenken sollte. Und so etwas führt dann tatsächlich zur Zermürbtheit: ängstliche Vorsicht zermürbt.

 

Sein Gegenpol ist der Glaube: im Glauben kann ich alles ertragen, so schreibt er. Das klingt erst einmal sehr vollmundig. Nach dem Motto: wer glaubt, der hat vor nichts Angst, den kann nichts erschüttern, der geht stets zielgerichtet durchs Leben. Aber so ist der Glaube sicher nicht zu verstehen und so hat ihn sicher auch Bonhoeffer nicht verstanden. Im Glauben kann ich alles ertragen: ich denke, der Satz bringt zum Ausdruck, dass im Glauben das steckt, was mir hilft, die Angst zu überwinden oder mich eben von der Angst nicht zermürben zu lassen. Nämlich das Vertrauen, dass Gott mir nahe ist. Dass ich meinen Weg nicht allein gehe. Dass bei allen Schritten und allen Wegen, die ich vermeintlich ganz allein gehe, Gott mitgeht. Dass er da ist und mich in meiner Angst nicht allein lässt.

 

Fürchte dich nicht! Diese Aufforderung findet sich wohl deshalb auch so häufig in der Bibel. Fürchte dich nicht im Sinne: hab keine Angst. Darin spiegeln sich die Überzeugung und der Trost der Bibel wider, die ganz nüchtern und selbstverständlich Angst als Teil des Lebens ansieht. Und im selben Moment ermutigt, sich von dieser Angst nicht gefangen nehmen zu lassen. Denn die wird nicht das letzte Wort behalten. Jesus Christus sagt: „In der Welt habt Ihr Angst. Aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ Im Glauben können wir darum neuen Mut und die Gelassenheit schöpfen, trotz aller Ängste, die uns immer wieder umgeben, im Vertrauen auf Gott fröhlich und frei zu leben. Denn in solchem Glauben müsste, wie Bonhoeffer auch schreibt, alle Angst vor der Zukunft verlorengehen.

 

In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Woche, alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer Frank Wagner
 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 17.6.2020

 

„Unrechtleiden schadet keinem Christen. Aber Unrecht tun schhadet“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 
„Das ist aber ungerecht. Warum dürfen alle meine Freundinnen in dieser Woche wieder in die Schule und ich nicht?“ so die Worte unserer Tochter, als sie von der Schule erfahren hat, in welcher Zusammensetzung der Unterricht ab dieser Woche läuft. Und da das Leben kein Wunschkonzert ist, haben die äußeren Umstände und Zwänge dazu geführt, dass eine Kombination zustande kam, die unsere Tochter und sicher manch anderer auch als ungerecht empfunden haben. 

 

Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit. Beide Pole gehören zu unserem Leben hinzu. Ebenso, dass wir unter Ungerechtigkeit und Unrecht leiden, das uns immer wieder widerfährt. Ungerechtigkeit und Unrecht fordern heraus und stellen uns vor die Frage: wie gehen wir damit um? Wie gehen wir damit um, wenn uns jemand ungerecht behandelt? Wie gehen wir damit um, wenn uns jemand Unrecht zufügt? Wie gehen wir damit um, wenn uns jemand Böses antut? Einer der am häufigsten praktizierten Wege ist der Weg des Zurückschlagens. Schon im Alten Testament finden wir die Worte von „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Aber wir alle wissen, dass dies keine gute Lösung ist, sondern uns immer weiter hineinführt in eine Spirale von Gewalt und Gegengewalt, von Unrecht leiden und Unrecht tun. Ein Kreislauf, aus dem wir selten wieder herauskommen. Schon der alte Sokrates wusste darum und von ihm ist folgender Satz überliefert: „Es ist besser, Unrecht zu leiden als Unrecht zu tun.“ 

 

Auch Dietrich Bonhoeffer, der sich in seinem theologischen Denken immer wieder mit ethischen Fragen beschäftigt hat, schreibt ganz Ähnliches: „Erhebe deine Hand nicht zum Schlag, öffne deinen Mund nicht im Zorn, sondern sei still. Was kann denn der dir schaden, der dir Böses antut. Nicht dir schadet es, aber ihm schadet es. Unrechtleiden schadet keinem Christen. Aber Unrecht tun schadet“.  Das klingt erst einmal ein wenig fatalistisch ganz nach dem Motto: als guter Christ muss man es halt hinnehmen, dass man Unrecht leidet. Unrechtleiden schadet keinem. Aber ich glaube, Bonhoeffer geht es – wie anderen, die in diese Richtung gedacht haben – nicht darum, dass man einfach alles Gottergeben hinnimmt, sondern dass man Wege findet, um aus dem Kreislauf von Gewalt und Gegengewalt, von empfangenen Unrecht und zurückgegebenem Unrecht wieder herauskommt. Dazu Bonhoeffer in seinen weiteren Überlegungen: „Nur eines will ja der Böse bei dir erreichen, nämlich, dass du auch böse wirst. Aber damit hätte er ja gesiegt. Darum vergilt nicht Böses mit Bösem. Du schadest damit nicht dem, sondern dir selbst“. Die Worte erinnern an Worte von Jesus aus der Bergpredigt, der genau das atl. Prinzip mit Auge und Zahn aufnimmt, aber dieses überwindet, indem er auffordert: „Leistet dem, der euch etwas Böses antut, keinen Widerstand, sondern wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin". Damit will er sagen: tu etwas Überraschendes, etwas, was der andere nicht erwartet. Denn gerade das Überraschende führt dazu, dass der andere eher ins Nachdenken über sein Verhalten kommt. Eher auf alle Fälle, wie wenn du ihm das, was du an Unrecht erleidest, einfach heimzahlst.   

 

Bonhoeffer geht in seinen Gedanken noch weiter und nimmt verstärkt den Anderen in den Blick, wenn er schreibt: „Nicht du bist in Gefahr, wenn dir Böses geschieht, aber der andre ist in Gefahr, der dir Böses tut und er kommt darin um, wenn du ihm nicht hilfst. Darum um des anderen willen und um deiner Verantwortung für ihn – vergilt nicht Böses mit Bösem. … Wie geschieht das: nicht dadurch, dass wir dem Bösen des anderen Nahrung geben an unserm Bösen, dem Hass des anderen an unserm Hass, sondern dadurch dass das Böse ins Leere stößt und nichts findet, woran es sich entzünden kann“.  Unrecht leiden statt Unrecht tun ist sicher kein einfacher Weg. Aber ich bin davon überzeugt, dass er zu einem guten Miteinander führt und so manches Unrecht aus der Welt geschaffen wird.

 

In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Woche, alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

Ihr Pfarrer Frank Wagner

 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 3.6.2020

 

„Der Herr der Zeiten ist Gott. Der Wendepunkt der Zeiten ist Christus. Der rechte Zeitgeist ist der Heilige Geist.“

 

Dietrich Bonhoeffer



In diesen Tagen feiern wir die Feste in der Kirche, mit deren Inhalt wir uns relativ schwer tun. Christi Himmelfahrt stellte uns vor die Frage, wie das zu verstehen ist mit der Aufnahme von Jesus in den Himmel. An Pfingsten feiern wir die Ausgießung des Heiligen Geistes und die Entstehung der Kirche und tun uns schwer mit dem Geist, weil er für uns – im wahrsten Sinne des Wortes – oft so unfassbar ist. Und am kommenden Sonntag ist nun Trinitatis, ein Sonntag, der die sog. Trinitatiszeit, die bis in den Herbst reicht, einläutet und nach dem die nächsten Sonntage benannt sind. 
 
Trinitatis, übersetzt Dreieinigkeit. Hinter diesem Begriff steckt der Glaube der Christen an Gott, der sich drei Gestalten zeigt: als Vater, Sohn und Heiliger Geist. Und doch nur ein Gott ist. Oder wie man es Schülern manchmal zu erklären versucht: 1+1+1=1. Genau aber das ist das Problem, denn diese mathematische Gleichung passt nicht und das Christentum hat sich darum auch schnell den Vorwurf eingehandelt, nicht an einen, sondern an drei Götter zu glauben. 
 
Die Diskussion um die Trinität begann im vierten Jahrhundert nach Christus. Ausgangspunkt dafür sind biblische Aussagen wie z.B. der Missionsbefehl bei Matthäus: gehet hin und taufet im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Allerdings wurde es schnell sehr philosophisch, da die Lehre von der Trinität in der Bibel nicht explizit vorkommt. Es entstanden verschiedene Lehrmeinungen darüber, was die Bibelstellen über Gott, Jesus und den Heiligen Geist für den christlichen Glauben bedeuten. Die Sprache der Philosophie in der Antike, der sich die Theologen bedienten, war Griechisch. Um auszudrücken, dass Gott eine Einheit ist, benutzte man den Begriff ousia (Wesen). Um auszudrücken, dass dieses Wesen in drei Seinsweisen besteht, benutzte man den Begriff hypostaseis (Hypostasen). Die griechische Formel, auf die sich die Theologen einigten, um Gott zu beschreiben lautete „mia ousia – treis hypostaseis“ (ein Wesen – drei Hypostasen). Oder wie es der lateinische Theologe Tertullian dann festhielt: Gott in drei Personen, aber einem Wesen.  
 
So versuchte man begrifflich und „philosophisch-vernünftig“ das scheinbar Unmögliche auszudrücken, nämlich, dass Gott gleichzeitig drei und einer ist. Mit dem Verstand und der Vernunft wird man sich hier freilich immer schwer tun. Viel besser ist es und weiter hilft, sich vor Augen zu führen, wie Menschen Gott in der Geschichte erfahren haben: als Schöpfer, der seine Welt und die Menschen liebt wie ein Vater seine Kinder. Als ein Gott, der in Jesus Christus, seinem Sohn, selbst Mensch geworden ist und das menschliche Leben geteilt hat. Und schließlich als Gott, der im Heiligen Geist bei den Menschen immer noch gegenwärtig und lebendig ist.
 
In ähnlicher Weise hat es auch Dietrich Bonhoeffer ausgedrückt: Der Herr der Zeiten ist Gott. Der Wendepunkt der Zeiten ist Christus. Der rechte Zeitgeist ist der Heilige Geist. Auch er sieht den einen Gott in dreifacher „Wirkung“: Gott, der Vater, den er als Herr der Zeiten bezeichnet. Dann Gott Jesus Christus, für ihn der Wendepunkt aller Zeiten, weil mit ihm Gott selbst auf diese Erde gekommen ist. Und dann Gott den Heiligen Geist, den er im rechten Zeitgeist am Werke sieht, wobei er hier sicher nicht gewisse, für eine Zeit prägende geistliche Strömungen meint, sondern das Handeln im Geist und nach den Maßstäben Gottes. 
 
Freilich, es bleibt eine schwierige Vorstellung. Letztlich rückt das Nachdenken über die Trinität Gott ins rechte Licht. Denn zu begreifen ist die Dreifaltigkeit nicht. Die Gleichung 1+1+1=1 bleibt ein Geheimnis. Zwar kann man diesem Gott begegnen. Niemand aber kann seiner habhaft werden, auch nicht mit dem Verstand. Oder wie es der Kirchenvater Augustinus ausdrückte: „Wenn du es begriffen hast, ist es nicht Gott.“ Das Nachdenken über die Trinität ist eine gute Übung in Demut vor Gott und lenkt den Blick weg von uns Menschen und unserer Weisheit. Gott bleibt der Erhabene. Dieses Geheimnis sollten Christen stehen lassen und immer wieder staunend vor Gott treten.
 
In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Woche, alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

 

Ihr Pfarrer Frank Wagner

 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 27.5.2020

 

„Tatenloses Abwarten und stumpfes Zuschauen sind keine christlichen Haltungen“.

 

Dietrich Bonhoeffer

Als ich in dieser Woche im Zug nach Augsburg zu einer Dienstbesprechung bezüglich Prüfung 2tes Examen beim Regionalbischof in Augsburg war, habe ich dazu die Fahrt mit der Bahn gemacht und vorschriftsmäßig meinen Mund-Nasen-Schutz angezogen. Ich muss zugeben, es war ganz schön anstrengend und ich war froh, als ich dann angekommen war und ihn wieder abnehmen konnte. Jetzt kann ich die Menschen gut verstehen, die unter dem Tragen einer Maske leiden. Am Rückweg dann folgende kleine Szene: ein älteres Ehepaar steigt in den Zug und wird schnell laut, als eine Mutter mit Kind ihnen gegenüber keine Maske trägt. Die Begründung der Frau, aus Allergiegründen davon befreit zu sein, wird nicht gehört. Das Schimpfen geht so lange, bis die Mutter den Platz wechselt und weit genug von den beiden älteren Herrschaften entfernt ist. „In diesen Zeiten muss man einfach Zivilcourage zeigen“, so die ältere Frau gegenüber den anderen Mitreisenden, die sie doch ein wenig unverständlich angeschaut haben. 
 
Zivilcourage. Dieser Begriff geht momentan immer wieder durch die Presse, wenn es um Demonstrationen gegen die Einschränkung der Grundrechte geht oder um die Frage, wie man sich nun verhalten soll, wenn man Menschen sieht, die sich nicht an die Vorgaben der momentanen Einschränkungen halten. Ist es Zivilcourage, diese anzuzeigen? Ist es Zivilcourage, ohne Abstand und Mundschutz an Demos teilzunehmen?
 
Schaut man in der Literatur nach ist mit dem Begriff der Zivilcourage der "Bürgermut" gemeint. Zivilcourage beschreibt das mutige Verhalten von Menschen, die in Aktion treten, um anderen Menschen in gefährlichen Situationen zur Seite zu stehen. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn jemand bedroht wird und ein Dritter eingreift, Mut beweist und sich der Bedrohung gegenüberstellt, statt wegzusehen. Oftmals setzten diese Menschen ihr Leben aufs Spiel, da solche Situationen und Aktionen im Voraus nur schwer einzuschätzen sind. Ich glaube, damit ist klar, dass es sich bei dem oben beschriebenen Verhalten sicherlich nicht um Zivilcourage handelt. 
 
Ganz in diesem Sinne verstehe ich auch den obigen Satz von Dietrich Bonhoeffer, der diese in seinem Leben immer wieder gefordert hat und auch gelebt hat: Zivilcourage. Sich für andere Menschen in gefährlichen Situationen einzusetzen und ihnen zur Seite zu stehen. Für ihn war das dabei nicht nur Bürgermut, sondern er sieht in der Zivilcourage eine zutiefst christliche Haltung. „Christentum bewahrheitet sich darin, den Schmerz des anderen zu teilen“, so Bonhoeffer.  
 
In der Haft schreibt er später: „Wir sind nicht Christus, aber wenn wir Christen sein wollen, so bedeutet das, dass wir an der Weite des Herzens Christi teilbekommen sollen in verantwortlicher Tat, die in Freiheit die Stunde ergreift und sich der Gefahr stellt, und in echtem Mitleiden, das nicht aus der Angst, sondern aus der befreienden und erlösenden Liebe Christi zu allen Leidenden quillt. Tatenloses Abwarten und stumpfes Zuschauen sind keine christlichen Haltungen. Den Christen rufen nicht erst die Erfahrungen am eigenen Leibe, sondern die Erfahrungen am Leibe der Brüder, um derentwillen Christus gelitten hat, zur Tat und zum Mitleiden.“ 
 
Diese Worte und diese Haltung sind aktuell bis heute. Beim Christ-Sein geht es immer auch um persönliches Engagement für Gerechtigkeit, gegen Ausgrenzung und Unterdrückung von einzelnen Menschen und Menschengruppen. Christsein äußert sich immer auch im persönlichen Einsatz für die Menschen, die leiden, die unsere Hilfe brauchen. Einfach nur Abwarten nach dem Motto „sollen doch die anderen“ oder nur Zuschauen nach dem Motto „was geht mich die Not der anderen an“, das ist kein gelebtes Christentum. Christen sind immer aufgerufen zum Mitleiden und zu konkreten Taten. Und das ist in unseren Tagen besonders von Nöten. 
 
In diesem Sinne Ihnen allen eine gute Woche, alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.
 
Ihr Pfarrer Frank Wagner

 

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Gedanken zur Mitte der Woche am 20.5.2020

 

„Wer nicht lange und geduldig zuhören kann, der wird am Andern immer vorbeireden und es selbst schließlich gar nicht mehr merken.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

„Glocken läuten in der Corona-Krise“. Diese Schlagzeile war in den letzten Wochen immer wieder zu lesen. Mit Beginn der Coronakrise und der Einstellung der Feier von Gottesdiensten in den Kirchen setzten Kirchengemeinden und Dekanate – oft in ökumenischer Verbundenheit – mit dem Läuten ein Zeichen und riefen zum gemeinsamen Gebet auf. Die einen Läuten seither zwischen 9.55 bis 9.59 Uhr, andere wiederum um 17.10 Uhr im Anschluss an das gemeinsame Klatschen, das von einem privaten Radiosender ins Leben gerufen wurde. Vielfach endet nun das Geläut zu diesen besonderen Zeiten, nachdem nun Gottesdienste in den Kirchen wieder erlaubt.

 

Erzählen und Zuhören. Zwei Dinge, die ein wichtiger Teil unseres Miteinanders sind. Immer wieder fallen die oben genannten Sätze im Gespräch mit den Menschen. Und oftmals stellt sich heraus, dass es nicht daran liegt, dass einer etwas nicht erzählt hätte, sondern daran, dass der Andere einfach nicht richtig zugehört und darum vermeintlich nicht Bescheid weiß. Wenn dies freilich häufiger geschieht, kann das Eintreten, wovon Bonhoeffer spricht: dass wir am Anderen vorbei reden und es selbst gar nicht mehr merken, dass wir das tun. Und er sieht auch den Grund dafür. Der besteht für ihn darin, dass wir Menschen es verlernt habe, lange und vor allem geduldig zuzuhören. Das kommt vielleicht ein Stück weit davon, weil wir dem Zuhören keinen besonderen Wert zuschreiben. Die Zeit erscheint uns als zu kostbar, als dass wir sie uns zum Zuhören nehmen. Wer sich im Gespräch aber keine Zeit zum Zuhören nimmt, dem fehlt nicht nur das offene Ohr für den anderen, sondern eben auch die Wertschätzung des Zuhörens.

 

Bonhoeffer schreibt dazu weiter: „Der erste Dienst, den einer dem anderen in der Gemeinschaft schuldet, besteht darin, dass er ihn anhört. Wie die Liebe zu Gott damit beginnt, dass wir sein Wort hören, so ist der Anfang der Liebe zum Nächsten, dass wir lernen, auf ihn zu hören. Es ist Gottes Liebe zu uns, dass er uns nicht nur sein Wort gibt, sondern uns auch sein Ohr leiht“. Gerade Prediger – aber nicht nur die – vergessen, dass Zuhören ein größerer Dienst sein kann als das Reden und Predigen.

 

Genau das habe ich in den letzten Wochen der Coronakrise besonders erlebt: Menschen haben nicht nur die sozialen Kontakte gefehlt, sondern auch, dass jemand da ist, der ihnen zuhört. Und zwar richtig zuhört. Und zum richtigen Zuhören gehört einiges: Geduld zum Beispiel, dass ich bereit bin in einem Gespräch das ein oder andere zwei- oder mehrfach zu hören; Zeit, die ich mitbringen, damit ich dem anderen nicht das Gefühl gebe, dass ich schon wieder auf dem Sprung bin und eigentlich gar keine Zeit für ihn habe; und schließlich aktives Zuhören, das bedeutet, dass man versucht sich in den anderen hineinzudenken, nachzuempfinden, wie er sich in dieser schwierigen Situation fühlt und soweit es möglich ist, Hilfestellungen zu geben oder auch mal Trost zu spenden. Zuhören in diesem Sinne heißt, dass der andere mit seinen Sorgen und Ängsten im Mittelpunkt steht und nicht ich und meine Ansicht. Der andere braucht ein offenes Ohr, aber keine fremde Geschichte.

 

Solche Art des Zuhörens ist nicht einfach und manchmal auch kraftraubend. Aber es hilft so viel weiter. Zum einen dem, dem man zuhört, weil er sich in seiner Situation verstanden fühlt, auch wenn man im Gespräch keine Lösung findet. Und es hilft auch einem selbst: nicht nur zu hören, was der andere sagt, sondern solche Art des Zuhörens vermeidet eben das, was Bonhoeffer so treffen schreibt: diese Aneinander vorbei reden, dass man am Ende gar nicht mehr bemerkt.

 

In seinen weiteren Gedanken betont Bonhoeffer, dass sich das Zuhören unter Menschen auch auswirkt auf das Zuhören in Blick auf Gott. „Wer seinem Nächsten nicht mehr zuhören kann, der wird auch Gott bald nicht mehr zuhören“. Vielleicht ist das ja auch ein Grund dafür, dass in unserer Zeit Menschen Gott immer wieder als schweigend erlebt haben. Weil sie das aktive, geduldige Zuhören verlernt haben. Das zu erkennen, ist aber auch eine Chance und ich wünsche uns, dass wir die Chance immer wieder neu nützen können. Dann wird auch das Beispiel vom Anfang nicht mehr vorkommen.

 

In diesem Sinne Ihnen allen alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

 

Ihr Pfarrer Frank Wagner

 

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Gedanken für den 20.5.2020
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Gedanken für den 13.5.2020

 

„Herr, mein Gott, ich danke dir, dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

„Glocken läuten in der Corona-Krise“. Diese Schlagzeile war in den letzten Wochen immer wieder zu lesen. Mit Beginn der Coronakrise und der Einstellung der Feier von Gottesdiensten in den Kirchen setzten Kirchengemeinden und Dekanate – oft in ökumenischer Verbundenheit – mit dem Läuten ein Zeichen und riefen zum gemeinsamen Gebet auf. Die einen Läuten seither zwischen 9.55 bis 9.59 Uhr, andere wiederum um 17.10 Uhr im Anschluss an das gemeinsame Klatschen, das von einem privaten Radiosender ins Leben gerufen wurde. Vielfach endet nun das Geläut zu diesen besonderen Zeiten, nachdem nun Gottesdienste in den Kirchen wieder erlaubt.

 

Was mich an diesen Aktionen ein wenig verwundert ist, dass man scheinbar vergessen hat, dass wir in unseren Kirche schon seit vielen Jahrhunderten feste Zeiten für das Läuten haben. Morgens und mittags zum Gebet zum Beispiel, am Freitag um 11.00 Uhr zur Sterbestunde Jesu und am Samstag um 15.00 Uhr, wenn man dadurch den Sonntag einläutet. Ich, der ich in einem kleinen Dorf im Ries aufgewachsen bin, kann mich erinnern, dass dort auf dem Dorf auch noch nachmittags geläutet wurde, im Sommer um 16.00 Uhr, im Winter um 15.00 Uhr, um damit den Bauern auf dem Feld die Uhrzeit anzusagen und das Arbeitsende einzuläuten.

 

Und eine wichtige Gebetszeit war das Gebet läuten am Abend. Auch hier je nach Jahreszeit zu unterschiedlichen Zeiten, im Sommer später, im Winter früher. Meine Mutter erzählte, dass dies früher für die Kinder immer ein ganz wichtiges Signal war, denn spätestens beim Gebetläuten mussten sie zu Hause sein. Und wehe dem, der dann um diese Uhrzeit noch dem Pfarrer auf der Straße begegnet ist! Das Gebetläuten zeigte das Ende des Tages an und auch, dass es nun Zeit ist, die tägliche Arbeit zu beenden.

 

In unserer Kirchengemeinde haben wir uns an diese Tradition erinnert und läuten seit einigen Wochen abends wieder zum Gebet: in Zeiten von Corona, aber auch darüber hinaus. Nicht zu irgendeiner von außen herangetragenen Zeit, sondern zu einer, die seit vielen Jahrhunderten das Leben und den Lebensablauf von Menschen prägt. Hören Sie doch mal, wie das bei Ihnen ist, ob auch in Ihrem Ort am Abend die Glocken läuten. Und vielleicht kann das ja für Sie und uns alle ein Signal sein, im Tagesablauf wieder ganz bewusst der Arbeit ein Ende zu setzen. Und das zu tun, wozu das Gebetläuten eigentlich da ist: zum Innehalten für den Rückblick auf den Tag und für ein Gebet am Abend. So ein Abendgebet sind die folgenden Zeilen von Dietrich Bonhoeffer, die ich Ihnen heute an die Hand geben möchte:

 

Herr, mein Gott, ich danke dir, dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast.

 

Ich danke dir, dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.

 

Deine Hand war über mir und hat mich behütet und bewahrt.

 

Vergib allen Kleinglauben und alles Unrecht dieses Tages

und hilf, dass ich allen vergebe, die mir Unrecht getan haben.

 

Lass mich in Frieden unter deinem Schutz schlafen

und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.

 

Ich befehle dir die Meinen, ich befehle dir dieses Haus,

ich befehle dir meinen Leib und meine Seele.

 

Gott, dein heiliger Name sei gelobt. Amen.

 

In diesem Sinne Ihnen allen alles Gute und Gottes Segen – und bleiben Sie gesund.

 

Ihr Pfarrer Frank Wagner

 

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Gedanken für den 12.5.2020

 

„Dankbarkeit entspringt nicht aus dem eigenen Vermögen des menschlichen Herzens, sondern aus dem Wort Gottes. Dankbarkeit muss darum gelernt und geübt werden.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 11.5.2020

 

„Christliche Gemeinschaft ist eine der größten Gaben, die Gott uns gibt.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 9.5.2020

 

„Es gibt kaum ein beglückenderes Gefühl, als zu spüren, dass man für andere Menschen etwas sein kann.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 8.5.2020

In Gedanken an den 8.5.1945

 

„Die Kirche bekennt, ihre Verkündigung von dem einen Gott, der sich in Jesus Christus für alle Zeiten offenbart hat und der keine anderen Götter neben sich leidet, nicht offen und deutlich genug ausgerichtet zu haben.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 7.5.2020

 

„Warum hast du mein vergessen?“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 6.5.2020

 

„Ich habe einen Kreidestrich um mein Bett gezogen etwas in der Größe Deiner Zelle. Ein Tisch und ein Stuhl steht da, so wie ich es mir vorstelle. Und wenn ich da sitze, glaub ich schon beinah, ich wäre bei dir.“

 

Maria von Wedemeyer

 

 

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Gedanken für den 5.5.2020

 

„Es geht durch unsere Zeit ein Suchen, ein ängstliches Tasten und Fragen nach göttlichen Dingen. Über unsere Zeit ist die große Einsamkeit gekommen, eine Einsamkeit, die es nur dort gibt, wo Gottverlassenheit herrscht.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 4.5.2020

 

„Der Mensch soll sich nicht fürchten, wir sollen uns nicht fürchten! Das ist der Unterschied des Menschen von aller Kreatur, dass er in aller Ausweglosigkeit, Unklarheit und Schuld um eine Hoffnung weiß und diese Hoffnung heißt:

Dein Wille geschehe, ja, dein Wille geschieht.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 2.5.2020

 

„Aus der Erinnerung und Wiederholung lebt Glaube und Gehorsam. Erinnerung wird zur Kraft der Gegenwart, weil es der lebendige Gott ist, der einst für mich gehandelt hat und mich heute dessen vergewissert“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 1.5.2020

 

„Wo Gottes Wort bei mir ist, finde ich in der Fremde meinen Weg, im Unrecht mein Recht, in der Ungewissheit meinen Halt, in der Arbeit meine Kraft, im Leiden die Geduld.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 30.4.2020

 

„Nur aus dem Frieden zwischen zweien und dreien kann der große Friede einmal erwachsen, auf den wir hoffen.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 29.4.2020

 

„Es gibt vor Gott kein lebensunwertes Leben; denn das Leben selbst ist von Gott wert gehalten.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 28.4.2020

 

„Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage so viel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 27.4.2020

 

„Das Vertrauen wird eines der größten, seltensten und beglückendsten Geschenke menschlichen Zusammenlebens bleiben, und es wird doch immer nur auf dem dunklen Hintergrund eines notwendigen Misstrauens entstehen.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 25.4.2020

 

„Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 24.4.2020

 

„Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not, sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot, stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod, und vergibt ihnen beiden.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 23.4.2020

 

„Menschen gehen zu Gott in Seiner Not, finden ihn arm, geschmäht, ohne Obdach und Brot, sehn ihn verschlungen von Sünde, Schwachheit und Tod. Christen stehen bei Gott in Seinen Leiden.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 22.4.2020

 

„Menschen gehen zu Gott in ihrer Not, flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot, um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod. So tun sie alle, alle, Christen und Heiden“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 21.4.2020

 

„Vergebung ist ohne Anfang und Ende.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 20.4.2020

 

„Mit Gott tritt man nicht auf der Stelle, sondern man beschreitet einen Weg“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 18.4.2020

 

„Der Christ braucht den Christen, der ihm Gottes Wort sagt, er braucht ihn immer wieder, wenn er ungewiß und verzagt wird; denn aus sich selbst kann er sich nicht helfen, ohne sich um die Wahrheit zu betrügen“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 17.4.2020

 

„Mag sein, dass der Jüngste Tag morgen anbricht, dann wollen wir gerne die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 16.4.2020

 

„Die Kraft des Menschen ist das Gebet. Beten ist Atemholen aus Gott; beten heißt sich Gott anvertrauen“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 15.4.2020

 

„Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 14.4.2020

 

„Freiheit ist eben nicht in erster Linie ein individuelles Recht, sondern eine

Verantwortung, Freiheit ist nicht in erster Linie ausgerichtet am Individuum, sondern am Nächsten“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den Ostermontag am 13.4.2020

 

„Die Auferstehung Christi macht offenbar, dass wir Zukunft haben. Leiden und Tod verlieren dadurch nichts von ihrer Bitterkeit, aber sie erscheinen in einem neuen Licht.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Andacht zum Ostersonntag am 12.4.2020

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Gedanken für den 11.4.2020

 

„Jesus Christus ist die Weite unseres Lebens. Jesus Christus ist die Mitte unserer Gemeinschaft. Jesus Christus ist bei uns bis an der Welt Ende. Das danken wir Ostern“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Andacht für den Karfreitag am 10.4.2020

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Gedanken für den 9.4.2020 - Gründonnerstag

- 75ter Todestag von Dietrich Bonhoeffer

 

„Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

 

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Gedanken für den 8.4.2020

 

„Die dritte Möglichkeit besteht darin, nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 7.4.2020

 

„Wer glaubt, der flieht nicht!“

 

Jesaja 28,15

 

 

 

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Gedanken für den 6.4.2020

 

Wer bin ich? Der oder jener? Bin ich denn heute dieser und morgen ein andrer? … Wer bin ich? Einsames Fragen treibt mit mir Spott. Wer ich auch bin, Du kennst mich, Dein bin ich, o Gott!“ 

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

 

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Gedanken für den 4.4.2020

 

„Gott lässt sich aus der Welt heraus drängen ans Kreuz, Gott ist ohnmächtig und schwach in der Welt und gerade und nur so ist er bei uns und hilft uns“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 3.4.2020

 

„Man muss damit rechnen, dass die meisten Menschen nur durch Erfahrungen am eigenen Leib klug werden“.

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 2.4.2020

 

„Je schöner und voller die Erinnerung, desto schwerer ist die Trennung. Aber die Dankbarkeit verwandelt die Erinnerung in eine stille Freude. Man trägt das vergangene Schöne nicht wie einen Stachel, sondern wie ein kostbares Geschenk in sich". 

                                                                    

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 1.4.2020

 

„Den größten Fehler, den man im Leben machen kann, ist, immer Angst zu haben, einen Fehler zu machen“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 31.3.2020

 

„Wir müssen aus unseren Sorgen für den Anderen Gebete werden lassen“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 30.3.2020

 

„Wir müssen lernen, die Menschen weniger auf das, was sie tun und unterlassen, als auf das, was sie erleiden, anzusehen“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 28.3.2020

 

„Nicht nur die Angst ist ansteckend, sondern auch die Ruhe und die Freude, mit der wir dem jeweils Auferlegten begegnen“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 27.3.2020

 

„Wo Gottes Verheißung vernommen und ernst genommen wird, dort wird Kirche“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 26.3.2020

 

„Nicht die Angst vor dem Tag, nicht die Last der Werke, die ich zu tun vorhabe, sondern der Herr weckt mich alle Morgen“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 25.3.2020

 

„Die Zehn Gebote enthalten kein Gebot zu arbeiten, aber ein Gebot, von der Arbeit zu ruhen. Das ist eine Umkehrung von dem, was wir zu denken gewohnt sind“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 24.3.2020

 

„Gott ist kein zeitloses Fatum, er wartet und antwortet auf aufrichtige Gebete“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 23.3.2020

 

„Es gibt erfülltes Leben trotz unerfüllter Wünsche“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 21.3.2020

 

„Gott liebt den Menschen. Gott liebt die Welt. Nicht einen idealen Menschen, sondern den Menschen, wie er ist, nicht eine Idealwelt, sondern die wirkliche Welt“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

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Gedanken für den 20.3.2020

 

„Gott gibt Zeiten der Sorge und Angst und Gott gibt Zeiten der Freude“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 19.3.2020

 

„Ich bin kleinmütig, aber bei dir ist die Hilfe, ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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Gedanken für den 18.3.2020

 

„Es gibt zwei Möglichkeiten, einem Menschen, der von einer Last gedrückt wird, zu helfen. Entweder man nimmt ihm die ganze Last ab, so dass er künftig nichts mehr zu tragen hat. Oder man hilft ihm tragen, in dem man ihm dies Tragen leichter macht. Jesus will nicht den ersten Weg mit uns gehen.“

 

Dietrich Bonhoeffer

 

 

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